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Kontroverse um Lukas 19:27
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Verfasst am: 02.09. [16:15]
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Rob
Foren-Neuling
Themenersteller
Dabei seit: 22.05.2010
Beiträge: 2
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Hallo, habe vor kurzem eine vehemente Debatte mit einigen Bibelkritiker geführt, die behaupten wollen Lukas 19:27 sei als eine (in-)direkte Aufforderung Jesu, zum Töten von Ungläubigen, zu verstehen. Meine bisherige Argumentation, die m.E. nicht akzeptiert/verstanden wird, sieht wie folgt aus und ich würde es begrüßen, wenn jemand hier so freundlich wäre und sich die Mühe macht meine Argumentation auf den Zahn zu fühlen, um etwaige Denkfehler, etc. aufzudecken. Vielen Dank für das Interesse, die Teilnahme und jedwede kostruktive Kritik. 1. Argument (T) Jesus fordert seine Anhänger nicht auf seine Gegner zu töten (1)Jesus erzählt den Menschen, bzw. seinen Anhängern ein Gleichnis [Lukas 19:12-27] (2)Auslöser für die Erzählung des Gleichnisses ist die Erwartungshaltung der Menschen vor Ort, dass „Gottes Reich“ unmittelbar bevorsteht [Lukas 19:11] (3)Lukas 19:27 ist der abschließende Satz dieses Gleichnisses (4)Der Befehl, die Gegner zu töten, wird vom König des Gleichnisses ausgesprochen (5)Die Gegner des Königs finden Erwähnung im Gleichnis [Lukas 19:14] (6)Der Befehl verlangt, dass die Gegner an Ort und Stelle zu bringen sind und vor dem Befehlsgeber erwürgt werden sollen. (7)Als Jesus mit dem Gleichnis fertig ist, bzw. diesen Satz ausspricht, verweilt er nicht an Ort und Stelle, sondern er zieht weiter nach Jerusalem [Lukas 19:28] (8] Es gibt keinen ersichtlichen Grund, oder einen Zusammenhang,warum Jesus an der Bibelstelle, bzw. in der Situation, Anhänger dazu aufrufen sollte seine Gegner zu töten. (9)Es gibt keinen ersichtlichen Grund, oder einen Zusammenhang, warum Jesus an der Stelle, bzw. in der Situation, all seine bisherigen Predigten über Nächsten- und Feindesliebe, etc. widersprechen/ignorieren würde. 2. Argument (T) Das Gleichnis der Minen bezieht sich auf die Endzeit und die Wiederkehr Christi, resp. Gottes Reich (1)Auslöser für die Erzählung des Gleichnisses ist die Erwartungshaltung der Menschen, dass „Gottes Reich“ unmittelbar bevorsteht (Lukas 19:11) (2)Diese Menschen erachten Jesus als Messias, bzw. die Bekehrung des verabscheuten obersten Zöllners Zachhäus als ein Zeichen dafür, dass „Gottes Reich“ gekommen ist. (3)Das Gleichnis soll verdeutlichen, dass das Reich Gottes noch nicht gekommen ist. (4)Das Gleichnis soll andeuten, was passieren soll und passieren muss/wird, bevor „Gottes Reich“ kommt. So wie der Edelmann sich auf eine Reise begibt, um als König wiederzukehren und die Bürger seines Landes dies nicht wahrhaben und erfolglos verhindern wollen, so wird Jesus während seiner Mission ebenso verfolgt und verachtet, bis er entschwindet (von der Welt) und siegreich, gekrönt wiederkehrt. (Hiermit ist nicht die Auferstehung nach der Kreuzigung gemeint). So wie der Edelmann seinen Dienern für die Dauer seiner Abwesenheit eine Aufgabe gibt und ihnen Verantwortung überträgt, um in seinem Sinne zu handeln, so tut Jesus das Gleiche mit seinen Anhängern, bzw. den Menschen. So wie der König bei seiner Wiederkehr die Diener beurteilt und belohnt, an Hand ihrer Aussagen, ihrer Treue und ihrer Erfolge, so werden die Anhänger Jesu, bzw. Menschen ähnliches erfahren. So wie der König verlangt, dass all diejenigen, die gegen ihn waren, getötet werden, so werden all diejenigen, die Jesus, bzw. Gott zuvor ablehnten, getötet werden. (5)Andere Gleichnisse und Aussagen der Bibel, die Jesus zugeschrieben werden, enthalten gleichfalls apokalyptisches Gedankengut, z.T. mit ähnlichen Inhalten. (6)Besagtes apokalyptisches Gedankengut sieht u.a. vor, dass die Menschen sich für ihr Verhalten und Überzeugungen vor dem thronenden Gott verantworten müssen und all diejenigen, die den Ansprüchen Gottes-, bzw. Jesus nicht entsprechen, vernichtet werden, oder leer ausgehen, während die Treuen belohnt werden. (Die Spreu wird von den Weizen getrennt, das Unkraut verbrannt, etc.) Ich frage mich, warum meine Argumentation keinen nachvollziehbaren Zusammenhang erkennen lassen soll, um festzustellen wer den Tötungsbefehl gab und wie die Aussage von Jesus, bzw. dem Autor des Lukasevangeliums vielleicht angedacht war. Any ideas? "It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes
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Verfasst am: 02.09. [16:27]
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BibleDictionary
Foren-Junior
Dabei seit: 23.12.2008
Beiträge: 316
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Hallo, Rob! Rein zufällig unterhielt ich mich gerade, bevor ich deinen Beitrag im Forum gesehen habe, mit jemandem über diese Textstelle. Du hast mit deiner Argumentation völlig Recht. So oder so ähnlich habe ich die Textstelle auch immer im Zusammenhang erklärt. Der Text wird gerne von fanatischen Muslimen angeführt, um zu "beweisen", dass der christliche Glaube genau so zur Gewalt aufrufe wie der Islam, doch das Argument zieht einfach nicht, was du ausführlich begründet hast. Wenn deine Diskussionspartner deine Argumentation nicht annehmen, ist es ihr Pech, denn sie ist einwandfrei korrekt und bedarf keiner näheren Erläuterung. Gehe davon aus, dass sie es einfach nicht verstehen wollen. Ganz liebe Grüße und Gottes Segen wünscht Christian. |
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Verfasst am: 02.09. [17:16]
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Rob
Foren-Neuling
Themenersteller
Dabei seit: 22.05.2010
Beiträge: 2
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Hallo Christian, vielen Dank für Deinen Beitrag. Ja, mir ist aufgefallen, dass einige Muslime diesen Vers ebenso mit zunehmender Begeisterung zitieren (im Web) und sie, wie auch andere Bibelkritiker, zum einen dabei eine erstaunliche Gedankenakrobatik an den Tag legen und des weiteren auch andere Bibelverse aus dem Kontext reißen müssen, um ihre äußerst strittige Behauptung überhaupt zu vertreten. Die Annahme, dass Jesus ein Gleichnis erzählt und als er damit fertig ist einfach weitergeht, wäre ja viel zu einfach und schön, um wahr zu sein... "It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes
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